Südtirol Pässe Tour – Teil 1 – Über den Staller Sattel hoch zum Rifugio Auronzo

Eigentlich wollte ich eine ganze Woche nach Südtirol, es hat sich aber leider nicht so ergeben und es kamen einige Dinge dazwischen die so nicht geplant waren. Bevor ich aber gar nicht wegfahre, bin ich eben erst am Donnerstagmorgen zumindest für ein paar Tage gestartet, da zum einen der Wetterbericht noch sehr gut war für die Region Südtirol und zum anderen ich noch den ein oder anderen Pass und somit auch die ein oder andere gemütliche Wanderung machen wollte. Mal sehen wie sich das Wohnmobil auf der geplanten Tour mit folgenden Pässen macht:

  • Paß Thurn (1274m)
  • Staller Sattel  – Passo Stalle (2052m)
  • Auronzo Hütte (3 Zinnen) – Rifugio Auronzo (2320m)
  • Passo Tre Croci (1805m)
  • Falzaregopass – Passo di Falzarego (2105m)
  • Valparolapass – Passi di Valparola (2168m)
  • Grödner Joch – Passo Gardena (2121m)
  • Sella Joch – Passo Sella (2218m)
  • Pordoij Joch – Passo Pordoi (2239m)
  • Passo Fedaia (2057m)
  • Karer Pass – Passo di Costalunga (1752m)

Die Tour habe ich mir jetzt einfach mal so grob geplant, kann sich aber natürlich jederzeit ändern. Das mache ich ganz easy abhängig vom zeitlichen Verlauf und wie ich jeweils weiter komme. Packen musste ich ja nicht so viel, da das 4Wheelbed ja bereits seit 3 Tagen Reisefertig da stand.

Los ging‘s  morgens um halb 6, da ich noch zeitig an München vorbei kommen wollte bevor der Berufsverkehr dort los ging. Hat ja nicht jeder Urlaub so wie ich. Es ging aber gut voran und über die A99 und A93 Richtung Kufstein gings die letzte Ausfahrt vor der Grenze zu Österreich runter von der Autobahn. Ich war dann beim Sonnenaufgang kurz vor Kitzbühel um dort auch nochmal zu tanken. Mit erschrecken habe ich dort dann festgestellt, dass ich wohl am Vortag beim Lüften das Dachfenster im Bad nicht komplett geschlossen hatte. Zum Glück ist aber nichts weiter passiert und es lässt sich weiterhin gut schließen. Also Tank aufgefüllt und weiter gehts….

Paß Thurn (1274m)

Eigentlich nicht der Rede wert, da es nur ne kleine Anhöhe auf 1274m ist aber es war Verkehrsmäßig gar nichts los und man konnte gemütlich während dem Fahren die Landschaft genießen und ebenso die Musik die aus dem Radio bzw. MP3 kam. Langsam zog sich die Steigung kurz nach Kitzbühel nach oben und bald war auch schon die Passhöhe erreicht. Auf der Abfahrt nach Mittersill mit tollem Blick auf den Großvenediger habe ich kurzeitig überlegt ob ich nicht doch ggf. die Großglockner Hochalpenstrasse fahren sollte, hab mich dann aber doch für den geplanten Weg über den Staller Sattel entschieden, nachdem ich nochmal die Fahrzeughöhe überprüft habe. Im Fahrzeugschein steht zwar 2,80m drin, hab aber mittlerweile die SAT-Anlage oben welche nochmal ca. 18-20 cm aufträgt. Aber die nachgemessenen 3m Gesamthöhe sollte für den Staller-Sattel auch reichen. Den Großglockner heb ich mir dann für das Frühjahr auf. Durch den Felbertauerntauerntunnel ging es dann weiter bis ich dann rechts in das Defreggental abbog.

Staller Sattel – Passo Stalle (2052m)

Durch das Defreggental gings langezogen immer mehr oder weniger mit leichtem Anstieg an einem Fluß entlang. Nach 30km durch das Tal kommt das erste Schild das auf eine „besonderheit“ des Staller Sattels hin weist. Duch die Enge der Straße ist auf der Italienischen Seite (Westseite) diese nur Einspurig, bei der der Verkehr im zeitlichen Wechsel durch eine Ampel geregelt wird. Zur jeweils vollen Stunde dürfen die Fahrzeuge für 15 Minuten von der Österreichischen Seite nach Italien fahren. Jeweils dann zur „vollen halben Stunde“ fliesst der Verkehr für 15min in die andere Richtung vom Antholzer Tal in Richtung Österreich.

Nach einigen kurzen Serpentinen im Wald geht es dann schon fast oberhalb der Baumgrenze über ein Hochplateu zum Obersee, der nur wenig hundert Meter vom Staller Sattel liegt. Von hier sieht man schon den Sattel und die dort wartenden Autos auf 2052m. Ich hab mich dann als drittes Auto oben angestellt und gewartet bis die „Stunde voll“ war und bin dort oben ein wenig durchs Gelände marschiert. Ich merk mir das mal, da man bestimmt auch gute Wanderungen oder Mountainbike-Touren dort machen kann.

 

Weiter gings dann mit der Abfahrt ins Antholzer Tal. Die Ampel ging auf „grün“ und ich lies erstmal die anderen PKWs und Motorräder hinter mir vorbei. Viele haben sich hier auch sehr freundlich bedankt. Duch viele zum Teil enge Serpentinen ging es dann einspurig Talabwärts, was aber problemlos mit 7,20m Länge zu machen war. Es gibt zwischendrin auch immer wieder mal kleine Ausweichbuchten und im Normalfall keinen Gegenverkehr, aber gerade mit dem Wohnmobil kann man hier immer wieder mal den normalen Verkehr an sich vorbei lassen. Ab und zu kommt aber schon mal ein Radfahrer entgegen, da für diese die zeitlich Regelung wohl nicht gilt. Lange dauert die Abfahrt nicht und man merkt das es flacher wird und die Straße windet sich durch den Wald. Dann kommt ein Tunnel, bei dem das Schild auf die Höhenbegrenzung von 3m hinweist. Aber ich hab ja nachgemessen, sollte also alles passen. War auch kein Problem, da ist wohl noch gut Luft nach oben (wobei ich natürlich keinerlei Gewähr für etwaige Selbstversuche übernehme). Die Straße zieht sich auch nach der italienischen Ampel noch ein wenig einspurig hin, bevor man dann am Antolzer See und dem Biathlon Stadion ankommt.

Antholzer See und Biathlon Stadion:

Hier macht ich eine kleine Pause und nutze die Zeit um den See zu umrunden und mir das Biathlon Stadion anzuschauen. Aber natürlich nicht allzulange, da ich noch ein wenig weiterkommen wollte, da ich meine Planung ein wenig geändert hatte und nicht hier schon nach einem Übernachtungsplatz suchte.

Das ganze sieht  ohne Schnee nicht so aus wie man das natürlich vom Biathlon her kennt.

Hoch zu den 3 Zinnen – Auronzo Hütte  – Rifugio Auronzo (2320m)

Es ging weiter durch das Antholzer Tal bis zur Haupstrasse die quer durch das Pustertal führt (SS49). Dort bis Toblach wo es dann Richtung Misurina / Cortina ging. Vorbei am Toblacher See und dann in Schluderbach links hoch bis zum Misurina See. Die Fahrt sollte über die Mautstrasse zur Auronzo Hütte und dem dortigen Stellplatz für Wohnmobile gehen. Ich war mittlerweile 3x im letzten Jahr dort oben und keine Ahnung warum, aber irgendwie fasziniert mich dort diese Landschaft ähnlich wie das Monument Valley in den USA. Auch wenn die Fahrt dort hoch und eine einmalige Übernachtung auf dem Stellplatz mittlerweile 40€ kostet. Aber das ist es mir wert… auch wenn ich lieber frei in der Gegend stehe. Also die „Parkgebühr“ an der Maustation entrichtet und hoch gehts den Berg. Der Anstieg ist aber auch nicht unbedingt schwer zu fahren und ich geniesse es immer wieder da hoch zu kommen.

Ich hab auch mal ein kleines Video angehängt mit der „Hochfahrt“:

Am Stellplatz angekommen gab es erstmal ein kleine Brotzeit und ich machte mich fertig da ich noch los wollte. War ja schließlich schon fast 3 Uhr und man merkte schon das sich der Großteil der Leute dort oben bereits wieder zu Ihren Autos begeben um runter zu fahren. Es war aber eigentlich nicht so viel los und es sollte noch weniger werden. Also das ganze Zeug zusammengepackt in den Rucksack und los….Die drei Zinnen an sich waren um diese Uhrzeit natürlich nicht mehr im besten Licht, da nur noch mehr oder weniger von hinten beleuchtet, aber von diesen hab ich ja schon genügend auf der Festplatte.

Ziel war der Einstieg zum Klettersteig des Toblinger Knoten, an dem ich noch ein bestimmtes Foto machen wollte…. here it is:

Das ganze Bild hat am Ende des Tages ca. 9500 Pixel in der Breite und wird wohl demnächst noch auf ca. 1,80m auf Acryl ausbelichtet.

Mittlerweile wurde es auch dunkel und um einiges kälter. Also machte ich mich mit Stirnlampe auf den Rückweg zum Wohnmobil, wo eine warme Dusche und ein warmes Essen auf mich wartete. Damit klang der Tag ganz gemütlich aus.

6 Kommentare zu "Südtirol Pässe Tour – Teil 1 – Über den Staller Sattel hoch zum Rifugio Auronzo"

  1. Hi Alex,
    Klasse-bilder, echt Super! Es ist schon witzig,ich bin über diesen Bericht wieder auf dich gestossen, nachdem wir uns vor Jahren schon über das Fotografieren kennengelernt haben (fotocommunity). Ich warte gerade noch auf mein Womo (in den nächsten 4 Wochen muss es soweit sein) und dann geht’s los uns Südtirol steht mit ganz oben. Und dein Bericht weckt nur Sehnsuuuucht.
    Liebe Grüße Reinhard

  2. Hallo – die Fotos sind der absolute Hammer – gut ausgewogene Ausschnitte und an der Grenze zur Dunkelheit noch Licht im Vordergrund erwischt – bravo! Und – ein gutes Auge hast Du – alle Achtung! Darin liegt der Unterschied zwischen Fotografie und Knipsen! 😉
    (Hast aber auch ein super Wetter erwischt auf Deiner Tour!)

    Von Deinem Bericht werde ich mich inspirieren lassen auf unserer ersten Tour durch Südtirol mit dem Womo, was leider erst in ein paar Wochen abholbereit ist…

    lg, Angi

  3. ausgezeichneter Bericht und perfekte Fotos !! Vielen Dank!

    FRAGE: wieviele PS hat das Wohnmobil (wg. der Pässe?)

  4. Wunderschöne Bilder!
    Danke dass ich mitreisen durfte 🙂

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