Südtirol Pässe Tour – Teil 2 – Von den 3 Zinnen über einige Pässe hoch zum Sella Joch

Nach einer angenehmen Nacht auf 2300m Höhe gings morgens gleich nochmal raus auf eine Joggingrunde. Einmal rum um die Zinnen war gerade das richtige für morgens. Es war um kurz nach halb 8 noch nicht viel los und ich hab auf der Nordseite mal wieder die „Abkürzung“ oben rum durchs Geröllfeld genommen. Wie auch schon beim letzten mal vor knapp einem Jahr schauen dich die Leute da ganz komisch an, wenn da jemand in kurzer Hose und Joggingklamotten im Spätherbst bei knapp 3 Grad angerannt kommt. Vor allem die Asiaten, die vereinzelt da auch schon unterwegs waren. Dann gabs erstmal ein leckers Frühstück bei bester Aussicht.

So, was stand nun auf dem Plan? Soll ich nochmal ne Runde gehen oder gleich weiterfahren und noch den ein oder anderen Pass befahren heute. Nach einem kleinen Plausch mit meinem Nachbarn (da komm ich nachher nochmal drauf) hab ich mich fürs zusammen packen entschlossen, also so wie geplant. Soweit alles verstaut (war ja eh nicht viel) und es ging es so gegen 10 weiter. Was ich unbedingt vermeiden wollte war, dass ich den „Pass“ mit kalten Motor runter fahre, deswegen habe ich das 4Wheelbed ein wenig warm laufen lassen. Das hat zwar einem der Kollegen hier überhaupt nicht gepasst, aber nachdem ich ihm den Grund gesagt habe wird er das wohl bei seinem runterfahren auch ein wenig machen. Egal, es ging Bergab und die Maustation war bald erreicht. Über den Lago Antorno (kurz nach der Maustelle beim runterfahren) und dem Misurina-See ging es dann über den Passo Tre Croci Richtung Cortina D’Ampezzo.

Passo Tre Croci (1805m)

Der Pass an sich ist eigentlich die Verbindung zwischen Cortina D’Ampezzo und dem Misurina-See. Zum Fahren sehr gemütlich mit keinerlei Schwierigkeiten. Kurz vor der Passhöhe geht hier auch der Weg zum Wanderung an den Lago di Sorapiss ab, der auch noch auf meiner To-Do Liste stehen würde. Ich fuhr aber weiter Richung Cortina. Hier merkte man bei der Abfahrt schon, dass Cortina eine Wintersport-Hochburg ist, denn es kam eine Liftstation nach der anderen. Aber zum Skifahren war es noch nicht soweit Mitte Oktober.

Falzaregopass – Passo di Falzarego (2105m)

Durch Cortina war ich gleich durch und plante den nächsten Stopp auf dem Falzaregopass. Es ging also Südwestlich von Cortina ab und wieder den Berg hoch. Erst durch Herbstliche Wälder, dann wurden die Kurven enger und der Wald weniger. In Summe sind es dann 900Hm die auf 16km zu absolvieren sind. Auf der Paßhöhe angkommen hab ich mich erstmal ein wenig umgeshen und oben eine kleine Runde gedreht.

Valparolapass – Passi di Valparola (2168m)

Direkt am Falzaregopass zweigt die Straße im Kreisverkehr nach rechts ab um zum nur wenige Kilometer entfernten Valparolapass zu gelangen. Man merkt eigentlich kaum das es hoch geht…. aber bevor man sich umsieht hat dann schon einen weiteren Pass auf der Liste stehen. Nicht weit hinter der Paßhöhe am Parkplatz beim historischen 1. Weltkrieg-Denkmal bzw. Museum bietet sich ggf. auch eine Übernachtung an und ebenso ein kurzer Marsch zum kurz unterhalb liegenden Valparolasee. Hier hat man bei diesem tollen Wetter wie schon am Falzaregopass eine tolle Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Von dort oben gings es dann weiter mit der „Abfahrt“ mit einige Kehren nach Stern und durch die Talorte des Skigebietes von Alta Badia. Aufgrund der Nachsaison war hier aber nicht übermäßig was los, was sich auch beim Verkehr bemerkbar machte. Das sollte sich aber jetzt dann gleich ändern, denn es ging eigenlich sofort wieder hoch zum Grödner Joch.

Grödner Joch – Passo Gardena (2121m)

Hier war dann schon um einiges mehr los…. und ich hab mich eigentlich dort oben nicht allzulange aufgehalten, da es von Bussen nur so wimmelte. Also nichts für mich und nur kurz einen Parkplatz aufgesucht, ein wenig umgeschaut und dann gings gleich weiter zum nächsten Pass. Ich mag wie schon mal erwähnt solche Massenaufläufe eigentlich nicht und versuche das auch wennmöglich zu vermeiden. Manchmal geht es eben aber auch nicht und das ist dann auch soweit Ok für mich.

Sella Joch – Passo Sella (2218m)

Nach der Abfahrt Richtung Wolkenstein geht es schon wieder links hoch zum Sella Joch. Bisher war das eine gemütliche Fahrt durch tolle Bergregionen und ich überlege wo ich heute mein Nachtlager aufschlage soll, es war ja mittlerweile schon fast 2 Uhr durch und ein wenig Bewegung wollte ich auch noch haben. Da bietet sich ja die Passhöhe des Sella Jochs an, wenn man denn einen guten Platz findet. Also hoch den Pass. Der Verkehr ist bedeutend weniger wie auf dem Grödner Joch, jedoch gab es zwei Situation bei denen es nach ca. 2/3 der Strecke ein wenig Eng wurde. Aber mit ein wenig „Spiegel einklappen“ und guter Verständigung mit den Busfahrern im Gegenverkehr war das alles kein Problem.

Auch hier windet sich die Straße wieder zuerst durch bewaldetes Gebiet hoch bis aus den Laub- und Nadelbäumen langsam niedrige Latschen werden und diese dann ganz verschwinden. Aber je höher man kommt umso besser wird die wohl bekannte Aussicht auf Lang- und Plattkofel.

Zuerst gings mal auf die Passhöhe um erstmal einen Überblick zu bekommen. Kurz unterhalb der Paßhöhe (50m) ist ein verlassener Kiosk an dem ich erstmal das Wohnmobil abstellte. Wie es der Zufall will, stand ich dann wieder neben einem blauen Kastenwagen, den ich schon vom morgen auf den 3 Zinnen kannte. Also gab es gleich mal wieder einen netten Small-Talk mit den beiden Bewohnern. Sie wollen hier nächtigen, ich bevorzuge aber eher eine kleinen Platz ein wenig weiter unten den ich gerade eben erspäht habe. Auf der Paßhöhe selbst war noch ein wenig was los. Neben einigen Bussen kamen immer wieder Biker (Motorrad) durch und es waren zudem auch viele Rennradfahrer hier oben, die sich dann in wärmere Klamotten hüllten für die Abfahrt. Aber je später es wurde, umsoweniger Fahrzeuge kamen über den Pass.

Ich wollte ja noch eine Runde drehen und parkte mein 4Wheelbed auf dem kleinen Plätzchen welches überraschend eben war und zog kurz darauf nochmal los Richtung Plattkofel. Bis Sonnenuntergang war es ja noch einige Zeit, aber mein Ziel sollte dann kurz vor Sonnenuntergang der Col Rodella sein, der mit dem dortigem Rifugio (was zum Glück geschlossen war) einen sehr guten Ausblick in alle 4 Himmelsrichtungen erlaubt. Auf dem Weg dorthin gabs so einiges zu bestaunen: Pistenraupen die anstatt Schnee eine Menge an Erde bewegten, Yaks die auf den noch unbeschneiten Pisten weideten und eine Menge an Paraglidern die sich in den Aufwänden um das Sella Massiv bis rüber zur Marmolada in die Höhe schrauben. Nachdem es den ganzen Tag über immer ein wenig bewölkt war, hoffte ich natürlich auch auf ein paar Schleierwolken beim Sonnenuntergang, die von unten beleuchtet werden. Das wurde mir aber nicht ganz so erfüllt,  was aber nichts machte, da sich die Ergebnisse auch so sehen lassen können (siehe Titelbil des Beitrages). Drum lasse ich jetzt auch nur ein paar Bilder folgen….

Als die Sonne dann so gut wie verschwunden war, machte ich mich dann wie bereits am Vorabend mit Stirnlampe wieder auf den Weg zuück. Dort wartete bereits das ein oder andere gekühlte Bierchen bzw. Cola-Weizen auf mich ebenso wie noch ein kleines Abendessen und der Abend klang gemütlich auf einem genialen Übernachtungsplatz aus.

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