Südtirol Pässe Tour – Teil 3 – Pordoj Joch, Passo Fedaia und eine Sternwarte

Schon früh am Morgen ging es wieder raus, da ich den Sonnenaufgang noch mitnehmen wollte. Also wieder rein in die Wanderschuhe und im Dunkeln so kurz nach 6 Uhr ein wenig rauf auf den Berg. Es war absolut niemand unterwegs, nicht einmal auf der Passstraße waren von oben Autos zu sehen. Nur ein paar Gämsen und Rehe haben sich blicken lassen. Da es absolut wolkenlos war wurde auch den Sonnenaufgang nicht unbedingt grandios, eher so als wie wenn irgendjemand einfach so das Licht eingeschaltet hätte. Macht nichts, die grandiosen Ausblicke dort oben entschädigen auch dafür. Blicke über Platt- und Langkofel, rüber bis zur Marmolada oder runter bis Canazei. Es gibt sogar ein kleines “Making of“ davon.

Kurz nach 8 war ich dann wieder am Wohnmobil und es war erstmal ein gemütliches Frühstück angesagt. Nebenbei wurde noch die Golfübertragung der PGA-Tour aus Asien mitverfolgt, was ein schöner Zeitvertreib war. Als mein Blick dabei so aus dem Fenster schweift, fiel mir auf das mein Nachbar, der sich gestern am späten Abend mit seinem Audi A6 noch neben mich gestellt hatte ziemlich verstört um sein Auto rannte und jeden seiner Türgriffe mehrfach zog. Sah danach aus als ob er sich ausgesperrt hatte. Ich fragte dann ob ich ihm helfen könnte und es war wirklich so: Er hatte im Auto genächtigt um gleich am Morgen mit seinem Paragliding-Schirm in die Lüfte gehen zu können und war dann am Morgen bei der rückwärtigen Tür ausgestiegen, das Fahrzeug war aber noch verriegelt und der Schlüssel steckte im Zündschloss um ein wenig Musik zu haben. Die Tür wurde dann zugeschlagen und der Kollege stand draußen…. jetzt war guter Rat teuer. Als erstes einmal mit meinem Handy bei der Versicherung angerufen bei  deren er seinen Schutzbrief hat, um jemanden zu organisieren, der das Auto wieder öffnet. Dies wurde von deren Zentrale auch weitergeben und es sollte sich zeitnah jemand melden. Das war aber nicht unbedingt der Fall. Ein Rückruf blieb 45min aus und dann müsste der Pannendienst wohl auch noch aus Bozen oder Brixen anfahren. Nachdem ich ihm sagt, ich hätte Hammer, Panzerband und einen Müllbeutel dabei  war seine Entscheidung sehr schnell gefallen. Er schlug seine hintere Seitenscheibe mit dem Hammer ein, kroch ins Fahrzeug und sicherte seinen Schlüssel. Mittels einer stabilen Mülltüte und Panzerband haben wir dann das ganze wieder sauber verklebt und das Auto war soweit fahrbereit. Es konnte also einem schönen Flugtag bei bestem Wetter nichts mehr entgegenstehen. Als wir fast fertig waren kam dann nach 1,5h auch der versprochene Rückruf, welcher aber nicht mehr benötigt wurde.

Pordoij Joch – Passo Pordoi (2239m)

Ich selbst bin dann auch aufgebrochen in Richtung Canazei mit Ziel Pordoj Joch. Verkehr war erstmal wenig und die Talfahrt ging ganz easy voran. Kurz vor Canazei  geht es dann an einer Wegegabelung wieder links hoch zum Pordoij Joch.  Hier wurde der Verkehr schon wieder mehr, was daran lag das sehr viele Busse und Radfahrer dort hoch fuhren. Über einige Kehren war auch hier die Passhöhe schnell erreicht und die Steigungen waren alles in allem bisher auch problemlos zu überwinden. Die Parkplätze dort waren so gegen halb 11 Uhr schon gut gefüllt und ich hab mich auch dort oben ein wenig umgesehen.

Nachdem ich kurz den Wanderweg hoch bin ging es auch schon weiter. Jetzt kam für mich eigentlich der schönste Teil zum fahren, sowohl die Kehren vom Podoij abwärts als auch die Fahrt über Arabba, Salesi und Saviner di Laste war richtig klasse. Und zudem natürlich auch die Landschaft, die immer wieder zu einem Fotostop einlud, denn hier ging es immer wieder durch kleine Dörfer die alle im herbstlichen Licht erstrahlten. Mein Ziel für den nächsten größeren Halt war aber der Passo Fedaia mit dem dazugehörigen Stausee Lago di Fedaia.

Passo Fedaia (2057m)

Hat man die Passhöhre erreicht, ist eigentlich von dieser Seite nur eine Liftstation und ein Kiosk zu sehen. Mehr ist es eigentlich nicht. Das „Highlight“ hier kommt eher kurz danach mit dem durch 2 Staumauern begrenzten Lago di Fedaia und dem tollen Blick auf die Gletscher der Marmolada. Ich hab mich hier erstmal gemütlich am Anfang des Sees ans Ufer gesetzt und die Ruhe genossen (es war nicht viel los) und bin dann weiter zum anderen Ende wo man über eine kleine gepflasterte Strasse die Staumauer befahren kann. Das Cafe an der Einmüdung ist übrigens ein sehr gute Biker-Treff.

Es gab ein kleine Brotzeit und bin dann ein wenig Richtung der Gletscher gelaufen und überlegt in welche Richtung es weiter geht. Es stand ja noch der Karerpass auf dem Programm und ein Plätzchen für die Nacht müsste ich mir auch noch suchen. Aber ich hab da schon eine Idee…. nach ca. 2h war ich dann wieder am Auto und machte mich mal wieder auf den Weg Richtung Canazei (mal wieder aber diesmal von der anderen Seite aus), von wo es dann durch das Fassa-Tal auf den Karerpass ging.

Zuerst gabs aber noch die Abfahrt vom Fedaia,welche auch super klasse war….. vor allem bei dieser tollen Herbststimmung.

Karerpass – Passo di Costalunga (1752m)

Der Karerpass ist eigentlich keine klassiche Paßhöhe sondern eher ein Überfahrt über eine grasbewachsene Kuppe. Er hat auch keine großen Besonderheiten aufzuweisen, wenn man mal von dem riesigen Grad Hotel und dem danebenliegend Golfplatz und dem Toursitenhighlight Karersee absieht. Deswegen habe ich es auch vorgezogen, hier einfach kurz oben ne kleine Rast zu machen, ein Foto zu schiessen und dann das weite zu suchen. Langsam ging es daran mir einen Platz für die Nacht zu suchen, denn langsam hatte ich Hunger, es war schon später nachmittag und spätestens im 18:30 wollte ich mir dann auch die Fußball-Bundesliga mit dem Top-Spiel rein ziehen (wenn es sich ergibt). Da kam mir doch ein Wegweiser zu einem Planetarium gerade recht, denn wo ein Wegweiser zu einem Planetarium ist und es dahinter ziemlich Bergauf geht, könnte ggf. auch ein netter Parkplatz sein. Gesagt, getan…. am Planetarium hat es mir nicht gefallen das war mitten in einer Ortschaft, aber ein paar Kilometer weiter durch teils sehr enge Strasse und einige Höhenmeter weiter oben fand sich ein schönes Plätzchen an einer Lichtung.
Einige Kilometer weiter musste hier wohl auch noch eine Sternwarte sein. Ich nahm also mein Bike, das bisher noch gar nicht zum Einsatz kam und macht mich mitsamt der Fotoausrüstung also nochmal auf den Weg. So eine Sternwarte ist bestimmt ein lohnendes Motiv, insbesondere dann, wenn die Sonne bald untergeht und man einen tollen Blick auf den Rosengarten hat. Leider konnte man in die Max Valier Sternwarte nicht rein, da diese nur immer Donnerstags und Feitags geöffnet hat, heute aber Samstag war. Schade, hätte mich schon interessiert aber macht aber nichts, nachdem ich mit dem Bike oben ankam war dies dann doch ein mehr als ein sehenswertes Motiv und auch das drumherum hatte im Abendlicht eine geniale Stimmung.

Ich blieb dann dort oben bis es soweit dunkel war, um auch noch ein paar Nachtaufnahme zumachen, was ja mein Steckenpferd in der Fotografie ist. Anschließend „rollte“ ich zurück zurück zum 4Wheelbed. Zeitlich war das jetzt doch länger wie ich dachte und der Hunger hat sich schon kräftig bemerkbar gemacht. Der Topf Spaghetti zu später Stunde war dann gerade richtig und ich war soweit noch Topfit um auch noch den Ironman in Hawaii im TV zu unchristlichen Zeiten zu verfolgen. Ich würde also sagen, der Tag war Top ausgenützt.

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